Introvertiert? So nutzt du deine Stärken!

Introvertiert: Zurückhaltende Menschen ziehen in unserer extrovertierten Gesellschaft oft den Kürzeren. Bist du introvertiert und hast oft das Gefühl, übersehen zu werden? Dann bist du nicht allein. Denn unsere Gesellschaft belohnt die Schnellen, Lauten und Redegewandten. Doch dein leises Wesen ist keine Schwäche. Wenn du deine Stärken kennst und nutzt, erreichst du deine privaten und beruflichen Ziele, ohne dich zu verbiegen.

Du musst nicht extrovertiert werden

Vielleicht hast du schon oft gehört: „Komm doch mal aus dir raus!” Viele introvertierte Menschen versuchen deshalb, sich wie Extrovertierte zu verhalten. Sie reden mehr, gehen auf jede Party und kämpfen in Meetings um Redezeit. Am Abend sind sie erschöpft.

Doch das Ziel ist nicht, aus dir einen anderen Menschen zu machen. Introversion ist ein Temperament, eine Veranlagung. Sie gehört zu dir. Du darfst introvertiert und authentisch bleiben.

Eine wunderbare Anleitung dazu ist das Buch „Der Klügere denkt nach” von Martin Wehrle. Der bekannte Karrierecoach zeigt mit vielen Übungen und Beispielen aus seiner Praxis, wie Introvertierte ihren eigenen Weg gehen können.

Meine 7 ganz persönlichen Buchtipps gegen Erschöpfung und Depression findest du hier.

Deine leisen Stärken

Jede typische Eigenschaft der Introversion lässt sich negativ oder positiv sehen. Eine leise Stimme kann bedeuten: „Ich kann mich nicht durchsetzen.” Sie kann aber auch bedeuten: „Ich konzentriere mich auf das Wesentliche.”

Introvertierte Menschen haben oft diese Stärken:

Extrovertierte kommen oft schneller ans Ziel. Doch auf lange Sicht spielt die Zeit für dich. Im Beruf überzeugst du durch Qualität, in der Liebe durch Tiefe und Verlässlichkeit.

Kleine Schritte im Alltag

Wie kann das konkret aussehen? Nimm zum Beispiel eine Party, auf der du kaum jemanden kennst. Für viele Introvertierte ist das ein Graus. Du kannst dir die Situation aber leichter machen:

  • Verabrede dich vorher mit einer Person, mit der du dich gerne unterhältst.
  • Such dir lieber ein gutes Gespräch als viele oberflächliche.
  • Geh rechtzeitig nach Hause, bevor deine Kraft aufgebraucht ist.

Genauso kannst du deinen Arbeitstag so gestalten, dass er zu dir passt. Plane ruhige Phasen ein, bereite dich auf Meetings vor und achte auf deine Kraftreserven.

Introvertiert oder verletzt?

Hier lohnt es sich, genau hinzuschauen. Introversion ist etwas anderes als Schüchternheit. Introversion ist ein Temperament, das du nicht ändern musst. Schüchternheit dagegen hat mit Angst zu tun.

Manche Menschen halten sich für introvertiert, obwohl ihr Rückzug eigentlich aus alten Verletzungen kommt. Vielleicht hast du als Kind erlebt, dass deine Meinung nicht zählte. Dass du ausgelacht wurdest, wenn du etwas gesagt hast. Oder dass es sicherer war, unsichtbar zu bleiben.

Dann ist dein Schweigen kein Temperament, sondern ein Schutz. Er hat dir damals geholfen. Heute hält er dich vielleicht davon ab, zu sagen, was dir auf dem Herzen liegt.

Frag dich einmal ehrlich:

  • Ziehe ich mich zurück, weil ich Ruhe brauche und sie genieße?
  • Oder ziehe ich mich zurück, weil ich Angst habe, abgelehnt zu werden?

Wenn du dich in der zweiten Frage wiederfindest, kannst du diese alten Wunden heilen. Wie das geht, erfährst du in meinem Artikel Emotionale Wunden heilen mit Tiefer Empathie.

Leise Menschen und das Zuhören

Für stille Menschen gibt es unzählige Rednerkurse. Doch kaum ein Dauerredner hält es für nötig, das Zuhören zu lernen. Dabei ist gutes Zuhören eine große Stärke, die viele Introvertierte ganz selbstverständlich mitbringen. In meinem Buch „Zuhören ist ein Geschenk” zeige ich, warum Zuhören so wertvoll ist.

Quelle:
Martin Wehrle: Der Klügere denkt nach. Von der Kunst, auf die ruhige Art erfolgreich zu sein – Mit Anti-Schwätzer-Training. Goldmann Verlag, München 2020. ISBN 978-3-442-17843-8

Fazit

Du musst nicht lauter werden, um gesehen zu werden. Wenn du deine Introversion als Stärke annimmst, kannst du gut in einer extrovertierten Welt leben. Und wenn du merkst, dass hinter deinem Rückzug eher Angst steckt, ist das kein Grund zur Scham. Es ist eine Einladung, genauer hinzuschauen und dich selbst mit mehr Mitgefühl zu begleiten.

Du musst nicht lauter werden, um gesehen zu werden. Wenn du deine Introversion als Stärke annimmst, kannst du gut in einer extrovertierten Welt leben. Und wenn du merkst, dass hinter deinem Rückzug eher Angst steckt, ist das kein Grund zur Scham. Es ist eine Einladung, genauer hinzuschauen und dich selbst mit mehr Mitgefühl zu begleiten. Diesen Weg musst du nicht allein gehen. Im Coaching schauen wir gemeinsam, was hinter deinem Rückzug steckt.

Mein Coaching für Dich

Glaubst du, dass du auch ein Kindheitstrauma hast? Möchtest du die emotionalen Verletzungen deiner Kindheit heilen? Vermutest du, dass eines die Kindheitstraumata bei dir vorliegt? Möchtest du die emotionalen Verletzungen deiner Kindheit heilen?

Auch ich habe viele emotionalen Wunden aus der Kindheit davon getragen. Mir selbst hat Tiefe Empathie geholfen, und auf dieser Basis habe ich meine eigene Methode entwickelt: Coaching mit Tiefer Empathie (Tiefe-Empathie-Methode, TEM©).

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3 Kommentare zu „Introvertiert? So nutzt du deine Stärken!“

  1. Liebe Frau Wiedel.
    Neben dem interessanten Thema, interessiert mich die Wahl des Fotos auf dem eine wunderschöne Frau mit dunklem Hautton zu sehen ist: Untertitel: Introvertiert : Nachdenken ist eine positive Eigenschaft. Daneben gibt es Werbeanzeigen für 2 Bücher zum gute Gesprächeführen und mehr Gehalt verhandeln. Dort sieht man auch Frauen, jüngere und mit hellem Hautton. Mich interessiert, ob Sie diese Fotos bewusst gewählt haben? Und warum bei diesem Thema eine Frau of Color ausgewählt wurde, bei den anderen weiße Frauen und warum bei allen drei Themen Frauen abgebildet sind? Freue mich über eine Auskunft, die nicht nur den Zufall ins Feld führt und die Interpretation, ich sei überempfindlich. Herzliche Grüße. Anke Krause

    Antworten
    • Liebe Frau Krause,
      Danke erst mal, dass Sie das Thema interessant finden. Wie und nach welchen Kritierien wähle ich die Bilder für meinen Blog aus? Also meistens gehe ich auf Pixabay und suche nach kostenfreien Fotos, die zum Thema passen. Alle 3 Bilder sind von dieser Datenbank.
      Ich nehme gern Frauen, weil ich selbst eine Frau bin und mich damit gut identifizieren kann. Außerdem finde ich – und hier werde ich politisch – dass Frauen in unserer Gesellschaft im öffentlichen Leben unterrepräsentiert sind. Ich bin eine Frau und ich präferiere Bilder mit Frauen. Selbstverständlich sind Männer bei meinen Angeboten immer „mitgemeint“.
      Nun zu der Hautfarbe: Ich habe nach einem inspirierenden Bild gesucht, dass die Eigenschaft introvertiert gut ausdrückt. Und da ist die Wahl auf diese wunderschöne ältere Frau mit dunklem Farbton gefallen. Schon etwas kritisch, weil sich damit im deutschsprachigen Raum wahrscheinlich nicht alle Leser/Leserinnen identifizieren können. Kritisch in dem Sinn, dass das Bild dann eventuell nicht die Lust der Leser weckt, den Blogbeitrag zu lesen. Aber das Bild gefiel mir einfach zu gut und es gab kaum Alternativen. Da siegte mein Bedürfnis nach Ästhetik.
      Ich hoffe, Ihre Fragen beantwortet zu haben.
      Viele Grüße
      Andrea Wiedel

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